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So, das nötige Baumaterial wäre nun, auf welchem
Wege und mit welchen Hilfsmitteln auch immer, vor Ort und es konnte endlich
losgehen! Vor dem Pyramidenbau wurde noch eine Vielzahl von unterirdischen
Gängen angelegt, wohl um Grabräuber in die Irre zu führen und
eine zusätzliche „unvollendete“ Kammer, auf die ich allerdings
erst später genauer zu sprechen komme. Nach der Beendigung dieser Arbeit
fand der eigentlichen Bau der Pyramide statt. Steinblock für Steinblock
wurde in genau ausgerechneter Weise nebeneinander angeordnet. Man kann sich gut
vorstellen, dass der riesige Bautrupp, selbst bei einer Stärke von
über 100000 Mann, spätestens nach den ersten, sagen wir, 5 Stufen auf
ein Problem stieß. Wie soll man die tonnenschweren Steinblöcke
bloß auf eine neu erreichte Ebene bringen? Bei den ersten Ebenen ist es
noch recht wahrscheinlich, dass sie mit Rampen gearbeitet haben. Doch je
höher die Pyramide wurde, desto länger musste auch die Rampe sein.
Wenn wir einmal von einem Steigungswinkel von 2,5° ausgehen, was nach
Meinung der meisten Ägyptologen ein realistischer Steigungswinkel für
eine solche Rampe wäre, würde für jeden Meter, den die Pyramide
wachsen würde, die benötigte Rampe um das Zwanzigfache an Länge
zunehmen. Später würde man, auf eine Länge der Rampe von
über 3km kommen. Das Volumen einer Rampe von solcher Länge hätte
das Volumen der Pyramide um ein Vielfaches übertroffen. Auf diese Weise
wäre der Bau der Rampe, die ja nur das Mittel zum Zweck war, mit mehr
Arbeit verbunden gewesen, als der Bau der Pyramide selbst. Also mussten sich die
Baumeister nach einiger Zeit eine neue Methode einfallen lassen, die
Steinblöcke auf die Pyramide zu schaffen. Eine naheliegende Lösung
wären Seilwinden, die auf jeder neuen Ebene befestigt wurden, um sie
dorthin zu hieven. Doch bei dieser Methode wäre es unweigerlich zu
Unfällen gekommen, weil die Taue die enormen Massen der Monolithen nicht
lange aushalten konnten. Die Verschleißerscheinungen sowohl bei den Tauen
als auch bei den Seilwinden wäre einfach zu groß gewesen. Häufig
wäre einer der Monolithen, den man eben erst mühsam einige Ebenen nach
oben gehievt hatte, wieder heruntergefallen und hätte somit durch sein
riesigen Gewicht deutliche Spuren an der Fassade der Pyramide hinterlassen. Doch
es sind keinerlei solcher Spuren zu erkennen. Diese Möglichkeit scheidet
somit also schon einmal aus. Auch zu diesem Thema gibt es eine Vielzahl von hoch
interessanten, aber teilweise auch mehr als abenteuerliche Theorien, wie zum
Beispiel die „Schaukel von Wien“ oder eine in spiralform angelegte
Rampe, die wenigstens das Problem der Länge einer solchen Rampe löst.
Doch wenn bei einem realistischen Steigungswinkel von 5°, hätte man
einfach viel zu viele Umrundungen um die Pyramide machen müssen, um
irgendwann einmal auf eine Höhe von ca. 140m zu kommen. Vermutlich wurde
eine Kombination von vielen verschiedenen Methoden angewandt, um die
Steinblöcke auf eine neue Ebene zu schaffen. An diesem kleineren Problem
ist der Pyramidenbau jedenfalls nicht gescheitert!
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