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Der Mythos der großen Pyramide

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Das ganze klingt etwas unwahrscheinlich! Wenn die damaligen Baumeister in der Lage waren, die Cheopspyramide so genau zu planen, dass sie insgesamt nicht einmal 1° in eine Himmelsrichtung abweicht, werden sie wohl auch einen triftigen Grund gehabt haben, diese Kammer anzulegen. Vielleicht wurde diese Kammer wirklich als Grab- oder Schatzkammer angelegt, die Baupläne für die Pyramide mussten jedoch kurzfristig geändert werden. Somit hatte der Pharao plötzlich keine Verwendung mehr für die Kammer. Es muss ein sehr gravierender Grund gewesen sein, denn Cheops war als wahrer Tyrann bekannt und hätte niemals die Baupläne ohne Grund ändern lassen! Es muss ihm einen klaren Vorteil verschafft haben, seine Pläne zu ändern. Welchen Nutzen hätte er daraus ziehen können? In der damaligen Zeit gab es in ganz Ägypten eine grundlegenden Umbruch. Der sogenannte „Ra - Monoteismus“ hielt Einzug nach Ägypten. Es ist gut vorstellbar, dass Cheops darauf auch seine Macht in Gefahr sah, würde er dem Sonnengott Ra ( oder auch Ré ) nicht den angemessenen Respekt zeugen. Doch in welcher Form sollte man einen solchen „Übergott“ wie Ra verehren? Ganz einfach! Indem am ihm das in der damaligen Zeit größte je von Menschenhand errichtete Bauwerk weiht, die „Große Pyramide“!
Eigentlich ist es gar nicht so abwegig, da Cheops sich selbst als Sohn des großen Sonnengottes gesehen hat. Wenn wir davon ausgehen, dass diese Theorie richtig ist, würde das bedeuten, dass wir es bei der Cheopspyramide nicht mit einem Grabmal für Cheops, sondern mit der ersten erhaltenen Kultstätte, die Ra geweiht wurde, zu tun haben. Das würde auch das Rätsel um den Sarkophag in der Königskammer lösen, auf das ich gleich noch genauer eingehen werde. Doch gibt es überhaupt irgendwelche Anhaltspunkte für diese Behauptung? Ja, die gibt es. Viele Ägyptologen haben im Laufe der Zeit unendlich viele Zahlenspiele mit der Cheopspyramide angestellt. Nur um einen kurzen Eindruck zu geben:
  1. „Das Verhältnis zwischen Höhe und Umfang der Pyramide entspricht dem Verhältnis zwischen Kreisradius und dem Umfang des Kreises.“
  2. „Die Pyramide ist eine Art riesige Sonnenuhr. Die von ihr von Mitte Oktober bis Anfang März geworfenen Schatten zeigen die Jahreszeiten und die Länge des Jahres an. Die Länge der Steinplatten, welche die Pyramide umgeben, entspricht der Schattenlänge von einem Tag. Durch Beobachtung dieses Schattens auf den Steinplatten konnte die Länge eines Jahres auf den 0,2419. Teil einen Tagen genau berechnet werden.“
  3. „Die normale Seitenlänge der viereckigen Basis ergibt 365,342 Ägyptische Ellen. Die Zahl ist identisch mit der Anzahl der Tage in unserem heutigen Zeitjahr.“
  4. „Der Abstand der großen Pyramide vom Mittelpunkt der Erde ist genau so groß, wie der Abstand zum Nordpol und entspricht somit dem Abstand vom Nordpol zum Erdmittelpunkt.“
  5. Wird die Grundfläche der Pyramide durch die doppelte Hälfte des Monumentes dividiert, so erhält man die Zahl Pi = 3,1416 ... .“
Zitate aus „Die Augen der Sphinx“ von Erich v. Däniken!

Besonderes Augenmerk sollte dem 3. Punkt dieser Auflistung gelten. Zu Zeiten Cheops´ Herrschaft kam es nicht selten vor, dass die mehr oder minder periodisch auftretende Nilschwemme, auf die die Bauern am Nil dringend angewiesen waren, falsch vorausberechnet wurde. Das hing mit der Ungenauigkeit des damaligen Kalenders zusammen. Erst der neue Sonnenkalender machte es möglich, die Nilschwemme endlich zuverlässig vorherzusagen. Für die Ägypter war dies lebenswichtig, da es sonst zu regelmäßigen und verheerenden Hungersnöten gekommen wäre. Der „Vater“ dieses Sonnenkalenders war Ra und somit könnte man sagen, dass, wie es in einigen alten Texten wörtlich heißt, Ra das ägyptische Volk vor dem Untergang gerettet hat. Wenn Cheops die große Pyramide also Ra weihen wollte, musste er auch in irgendeiner Form den Sonnenkalender in der Pyramide verewigen. Wie in Punkt 3 angesprochen, ist die Seitenlänge der Pyramidenbasis genau 365,342 Ellen beträgt. Da unser heutiger Kalender im Grunde auf den alte ägyptische Sonnenkalender beruht, haben die Pyramidenerbauer wahrscheinlich somit den Sonnenkalender im Pyramidenfundament verewigt und sollte somit auch für alle Zeiten erhalten bleiben. Vielleicht kann man so das Rätsel um die unvollendete Kammer lösen. Vielleicht war im neuen Konzept der Pyramide kein Platz mehr für eine zusätzliche Grab- oder Schatzkammer. Die Tatsache, dass sowohl die Kammer selbst, als auch der zur Kammer führende Gang trotzdem noch sehr prunkvoll ausgestattet ist, kann man ganz einfach mit dem Charakter von Cheops erklären. Cheops hätte es niemals geduldet, dass irgendeine Kammer in seiner Pyramide, egal ob sie für ihn oder für Ra gedacht war, nicht mit dem teuersten Materialien ausgestattet ist.


  
Was ist was?, Bd.70, Das alte Ägypten (Gebundene Ausgabe)
von Dieter Kurth
Siehe auch:
Was ist was?, Bd.61, Pyramiden
von Hans Reichardt
Was ist was?, Bd.55, Das Alte Rom
von Ernst Künzl
Was ist was?, Bd.64, Die alten Griechen
von Gerhard Fink
Was ist was?, Bd. 84, Mumien aus aller Welt
von Renate Germer
 
    
     
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